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Outlook: Datenrettung

Datenverlust ist der System-Super-Gau und veritabler Alptraum eines jeden Users bzw. Systembetreuers. Allerdings verfahren viele Outlook-Nutzer nach dem Prinzip Mich wird's schon nicht treffen und versäumen es, Vorsorge zu treffen bzw. Outlook so zu konfigurieren, das ein solcher Verlust so unwahrscheinlich wie möglich bleibt. Der Planet Outlook sagt Ihnen, ob Ihre Daten wirklich verloren sind...oder noch Hoffnung besteht.

So vermeiden Sie Datenverlust:

a) Verschieben Sie nur die Daten in die Gelöschten Objekte, die Sie auch wirklich endgültig löschen möchten.
b) Legen Sie immer ein Backup aller für Sie relevanten Daten an.
c) Überprüfen Sie vor jeder Veränderung der Systemumgebung (z.B. De- und/oder Neuinstallationen) die Integrität und Vollständigkeit Ihres Backups (z.B. durch Öffnen des gesicherten Persönlichen Ordners über Datei Öffnen).
d) Sollten Sie ungeübt im Umgang mit Outlook sein, sichern Sie immer den gesamten Persönlichen Ordner. Vermeiden Sie den Weg über den Export-Assistenten.
e) Aktivieren Sie unter Extras Optionen E-Mail Optionen Nachrichtenkopien im Ordner Gelöschte Objekte speichern
f) Der unter Windows XP/Vista bekannte Wiederherstellungspunkt stellt einmal verlorene Daten in einem Persönlichen Ordner nicht wieder her. Verlassen Sie sich also nicht auf diese vermeintliche Rettung.

Sollte die unten genannten Rettungsmaßnahmen nicht um Erfolg führen, sollten Sie die Datenrettung bzw. die Reparatur Ihres Persönlichen Ordners Fachleuten überlassen. Lassen Sie eine professionelle Datenrettung durchführen. Unsachgemäße Behandlung des Persönlichen Ordners kann unter Umständen die ursprüngliche Problematik verschärfen bzw. zu einem partiellen oder vollständigen Datenverlust führen.  

Szenario A: Outlook startet nicht mehr

Hier gilt einmal mehr: Keine Panik! Alle Outlook-Daten sind im Persönlichen Ordner gespeichert, d.h. genau die Ordnerstruktur samt Daten, die Outlook in der Ordnerliste zeigt, befindet sich auch im entsprechenden Persönlichen Ordner. Dieser Persönlicher Ordner existiert unabhängig von der Outlook-Installation, das bedeutet: Selbst wenn Sie Outlook/Office komplett von Ihrem Rechner entfernen, bleibt der Persönliche Ordner mit Ihren Daten bestehen. Einzige Schwierigkeit: Da es auf Ihrer Festplatte mehr als einen Persönlichen Ordner geben kann, müssen Sie herausfinden, wo sich Ihre Standard-*.pst-Datei befindet und wie sie heißt. Suchen Sie über Start Suchen nach der Dateiendung *.pst. Achten Sie jedoch darauf, das alle Dateien in die Suche mit einbezogen werden. Spuckt die Suche mehr als einen Persönlichen Ordner aus, orientieren Sie sich am besten an den Dateidetails. Oft ist der Standard-Persönliche Ordner an der Dateigröße und/oder Letzten Änderung zu identifizieren. Je näher dieses Datum an dem Zeitpunkt liegt, an dem Sie mit Outlook normal arbeiten konnten, desto wahrscheinlicher handelt es sich bei dieser Datei um Ihren Persönlichen Ordner. Haben Sie Ihren Ordner identifiziert, notieren Sie sich den Pfad. Danach verfahren Sie nach dem Planet Outlook Artikel Datensicherung für Ihre Outlook Version.  Lässt sich das jedoch bei einer Vielzahl Persönlicher Ordner nicht eindeutig klären, müssen Sie wohl oder übel jeden in der Suchliste aufgeführten Ordner nacheinander importieren. Achten Sie dabei darauf, bei jedem Import-Vorgang den Filter Keine Duplikate importieren zu aktivieren.

Eine Datensicherung ist in diesem Szenario- wie oben beschrieben- jedoch nur nötig, sollten Sie planen, Ihr Betriebssystem komplett neu zu installieren. Ansonsten genügt eine De- und Neuinstallation des Office-Paketes. Solange Sie das Programm an den gleichen Standort installieren, sollte Outlook in der Regel Ihren Standard-Persönlichen Ordner automatisch übernehmen. Ist das nicht der Fall, sollten Sie Szenario B wählen.

Szenario B: Outlook startet mit einer leeren Datei

In vielen Fällen (z.B. nach einer De und Neuinstallation des Office Paketes oder einem Betriebssystem-Update) startet Outlook mit einer leeren Datei. Hier gilt: Solange Sie die Festplatte nicht formatiert oder die gesamte Festplatte ohne Datensicherung gegen eine neue ausgetauscht haben, befinden sich Ihre Daten noch im Dateisystem. Die Datenrecovery lässt sich in diesem Fall recht einfach bewerkstelligen: Suchen Sie über Start Suchen nach der Dateiendung *.pst. Achten Sie jedoch darauf, das alle Dateien in die Suche mit einbezogen werden. Im übrigen verfahren Sie nach dem Planet Outlook Artikel Datensicherung.

Szenario C: Daten sind verschoben worden

Outook Datenrettung

Oft sind die gesamten oder Teile Ihrer Daten nach einem Verschieben der Datensätze per Drag n Drop (z.B. in einen Unterordner) scheinbar verschwunden. Vergewissern Sie sich zuerst, ob Sie mit der Ordnerliste arbeiten (Ansicht Ordnerliste oder via Outlook 2003 über die Navigationsleiste einblendbar). Nur hier haben Sie das volle Abbild Ihrer Ordnerstruktur. Die Outlook Leiste mit den entsprechenden Verknüpfungssymbolen ist oft missverständlich. Sollten Sie die Daten in die oberste Ordner-Hyrarchie (z.B. in Outlook Heute) verschoben sein, so lassen sich diese nur über die Erweiterte Suche wiederherstellen: Extras Erweiterte Suche oder Extras Suchen Erweiterte Suche. Die Suchergebnisse können dann mit einem rechten Mausklick In Ordner verschieben an den ursprünglichen Ort (z.B. Posteingang) zurück verschoben werden.

Szenario D: Daten werden nicht angezeigt

Outlook Datenrettung

Zeigt Ihnen Outlook an, das Elemente in dem einen oder anderen Ordner vorhanden sind, Sie können die entsprechenden Daten (Mails etc) aber nicht entdecken? Die wahrscheinlichste Ursache: Sie haben (vielleicht sogar unabsichtlich) Filter gesetzt: Ansicht (nur Outlook 2003) Anordnen nach  Aktuelle Ansicht Aktuelle Ansicht anpassen Filtern Alles löschen.

Szenario E: Teile der Daten sind verschwunden

Sollten Sie den Eindruck haben, das nur gewisse Teile Ihres Datenbestandes in Outlook unauffindbar sind (z.B. E-Mails) , kommen in der Regel folgende Ursachen in Frage:

Regeln (nur E-Mails)

Eventuell funktionieren von Ihnen erstellte Regeln nicht mehr wie erwartet. Deaktivieren Sie zuerst über Extras Regelassistent  bzw. Regeln und Benachrichtigungen alle Regeln und schauen Sie sich in der Regelbeschreibung an, wohin Ihre Mails verschoben werden.

Junk Mail*

*gilt nur für Outlook 2003 & Outlook 2007
Kontrollieren Sie über Extras Optionen Junk E-Mail ob die Checkbox Als Junk Mail identifizierte Nachrichten nicht in den Junk E-Mail Ordner verschieben, sondern endgültig löschen aktiviert ist.

Archivierung

Sollten Sie (beabsichtigt oder unbeabsichtigt) die Archivfunktion in Outlook nutzen, sind die Elemente eventuell in den Archivordner verschoben worden.

Antivirenprogramme

Einige Antivirenprogramme legen in der Ordnerliste eigene Spam-Ordner an, in denen infizierte Mails unter virtuelle Quarantäne gestellt werden. Schauen Sie dort nach. Oft sind es auch die Nebenwirkungen übereifriger Mailscans, die Mails oder Teile des E-Mail-Inhaltes verschwinden lassen. Hier hilft meist nur die komplette Entfernung des Virenscanners.

Szenario F: Der Persönliche Ordner ist beschädigt

Sollten Sie beim Import Ihres Persönlichen Ordners Fehlermeldungen wie ...dies ist kein Persönlicher Ordner bekommen oder nach einem Kennwort für Ihren Persönlichen Ordner gefragt werden, obwohl Sie Ihren Persönlichen Ordner nicht kennwortgeschützt haben, so ist Ihre Datendatei wahrscheinlich beschädigt. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Posteingangsreparatur

Versuchen Sie die Posteingangsreparatur, um die Daten eventuell wiederherzustellen. Erstellen Sie vor der Durchführung der Posteingangsreparatur unbedingt eine Sicherung Ihres aktiven Persönlichen Ordners. Die Posteingangsreparatur prüft die Funktionstüchtigkeit der Verweise auf den Datenbank-Index und löscht u. U. alle beschädigten Verweise. Dies kann dazu führen, das sich nach der Posteingangsreparatur im Wiederhergestellten Ordner keine Daten mehr befinden.

Pst19upg

Versuchen Sie, Ihre Datei über dieses Tool zu reparieren.

Szenario G: Der Persönliche Ordner hat die 2-Gigabyte-Grenze erreicht

Persönliche Ordner der Version 97-2002 dürfen maximal ein Volumen von 2 Gigabyte aufweisen. Überschreitet Ihre pst-Datei diese Größenbeschränkung oder befindet sich in der Nähe dieses Datenvolumens, kann es zu schwerwiegenden Beschädigungen dieses Ordners kommen. Symptome sind u.a.: Es lassen sich keine Elemente mehr löschen bzw. hinzufügen. Sie bekommen bei beliebigen Aktionen innerhalb des Ordners mapi-Schnittstellenfehler. Da in diesem Fall die Funktionalität des Ordners/von Outlook hier bereits stark eingeschränkt ist, lassen sich Rettungsaktionen meist nur außerhalb Outlooks durchführen, jedoch bleibt eine bittere Wahrheit: Bei größenbedingter Beschädigung ist die Wahrscheinlichkeit, Ihre Daten retten zu können, sehr gering. Sollten Sie also kein Backup im nicht-korrumpierten Zustand angelegt haben, atmen Sie schon mal tief durch. Ein kompletter Datenverlust ist zu befürchten. Die Microsoft-eigenen Hilfsmittel sind hier begrenzt:

Microsoft Truncation Tool

Outlook Microsoft Truncation Tool

Verkleinern Sie Ihren persönlichen Ordner über das Microsoft Truncation Tool. Dieses Microsoft-Tool erlaubt es Ihnen, von der übergroße *.pst-Datei eine gehörige Scheibe abzuschneiden, um mit einer verkleinerten Persönlichen Ordner weiterarbeiten zu können. Versprechen Sie sich von diesem Programm jedoch keine Wunder. Dieses grobe "Metzgern" in Ihrer Datendatei lässt Ihnen keine Wahl: Der abgehackte Bereich ist endgültig verloren- ohne Ansehen der Outlook-Daten:
 
1. Laden Sie sich das Programm herunter und installieren es.
2. Starten Sie das Programm PST2GB.
3. Ignorieren Sie die Warnhinweise auf der Startseite und klicken auf Continue.


Ein Export in persönliche Ordner ist nicht ratsam, da auch die Beschädigungen am Ordner exportiert werden.


4. Wählen Sie unter Select the oversized .PST file to be recovered über Browse den persönlichen Ordner aus, der zu groß ist.
5. Erstellen Sie unter Select the destination .PST file for the recovered data über Browse einen neuen persönlichen Ordner, in den die übrig gebliebenen Daten hinkopiert werden sollen. Geben Sie der Datei einen Namen und klicken auf Speichern.
6. Bestimmen Sie bei Number of Megabytes to trim off the end, wie groß der zu entfernende Bereich sein soll (in MB).

Seien Sie nicht zu sparsam mit dem Paket, das Sie abschneiden möchten. 100 MB reichen z.B. bei einer 2 Gigabyte großen Datendatei nicht aus, um ein funktionsfähiges Ergebnis zu erhalten. Je höher Sie das Volumen des chirurgischen Eingriffs ansetzen, desto wahrscheinlicher ist der Erfolg.

7. Klicken Sie auf Start, um den Vorgang zu starten.
8. Erstellen Sie ein neues Outlook-Profil und übertragen die Daten der verkleinerten Datei (im Beispiel kleinerordner.pst)

Excel-Export

Sollten Sie sich innerhalb Ihrer Datei im geöffneten Outlook noch ohne Schwierigkeiten bewegen können, exportieren Sie alle für Sie relevanten Outlook-Ordner (Posteingang, Kontakte etc.) nach der Anleitung des Datensicherung-Artikels Ihrer Outlook-Version separat in Excel-Dateien. Erstellen Sie danach ein neues Profil und importieren diese Dateien nacheinander wieder.

Szenario H: Der Persönliche Ordner ist schreibgeschützt

Sollten Sie beim Import Ihres gesicherten Persönlichen Ordners eine Fehlermeldung Sie besitzen nicht die erforderlichen Berechtigungen bekommen, so versuchen Sie Ihre *.pst-Datei entweder von einem wechselbaren Datenträger (wie CD-ROM, DVD-R, Zip-Laufwerk) zu importieren. Ein Persönlicher Ordner kann nicht direkt von einer CD-RW importiert/geöffnet werden. Hierzu muss diese Datei zuerst auf die Festplatte kopiert werden und vom Attribut Schreibgeschützt befreit werden. (Rechte Maustaste auf die Datei Eigenschaften).

Szenario I: Die Daten sind in Outlook gelöscht

Hex-Editor

Outlook Datenrettung

Versuchen Sie über einen HexEditor Ihre Daten wiederherzustellen. Die *.pst-Datei ist eine Datenbank. Jedes Element in dieser Datenbank ist in einem Index gespeichert, der Verknüpfungen (sog. Pointer) zu diesen Elementen aufweist. Löschen Sie nun Daten aus dem Ordner Gelöschte Objekte, so sind diese nicht endgültig gelöscht. Es wird in der Datenbank lediglich der Eintrag dieses gelöschten Elements im o.g. Index gelöscht. Das gelöschte Objekt befindet sich weiterhin in der *.pst-Datei, der Index listet dieses Element jedoch nicht mehr und gibt diesen Platz zum Überschreiben frei. Die Wiederherstellung des Index funktioniert jedoch nicht, wenn Sie Ihre Datei nach dem Löschvorgang komprimiert haben oder der wieder beschreibbare Platz in der Datei mehr als 20% beträgt. Und so verfahren Sie mit dem Hexeditor:

a) Installieren Sie einen Hex-Editor.
b) Öffnen Sie Ihren Persönlichen Ordner in dem Hex-Editor.
c) Entfernen Sie sieben bis dreizehn Positionen im Editorfeld. Bei hexadezimaler Anzeige sind das 00007, 00008, 00009, 0000a, 0000b, 0000c, 0000d, 0000e, 0000f, 00010, 00011, 00012, 00013.
d) Speichern Sie Ihre *.pst -Datei.
e) Führen Sie die Posteingangsreparatur aus.
f) Nun sollte der Index wiederhergestellt und Ihre Daten sichtbar sein.

Szenario J: Sie haben das Kennwort Ihres Persönlichen Ordners vergessen

Das Passwort des Persönlichen Ordners ist auf herkömmliche Art und Weise nicht auszulesen. Natürlich existieren diverse Tools, um diesen Passwortschutz zu knacken. Jedoch sollte sich jeder User, der solche Anwendungen einsetzt, darüber klar sein, dass er mit dem Hacken des Passworts gegen geltendes Strafrecht verstoßen kann.

Szenario K: Sie haben den Persönlichen Ordner gelöscht

Sollten Sie Ihren Persönlichen Ordner versehentlich (z.B. durch Anti-Viren-Programme) gelöscht haben und sich dieser nicht mehr im Windows-Papierkorb befinden, hilft nur noch eine professionelle Datenrettung.